Trauma
Behandlung und Verlauf bei einem Trauma

Zielsetzung einer guten Therapie:

Alle therapeutischen Bemühungen zielen zunächst darauf ab, dass die betroffenen Menschen (Patienten) Vertrauen und Sicherheit herstellen oder wiederherstellen lernen. Im Therapieablauf soll für sie wenig Stress erzeugt werden. Die Vorgehensweisen werden regelmäßig (z. B. durch geeignete Tests) daraufhin überprüft.

Die Zielsetzung in der Therapie ist die Förderung der äußeren und inneren Stabilität. Durch die Festigung der psychosozialen Faktoren sollen betroffene Menschen dabei unterstützt werden, mehr Sicherheit und Vorhersehbarkeit in ihrem Leben und Erleben zu bekommen.

Mehr Stabilität in den Finanzen, in der Familie, in der Partnerschaft, ein Zuhause als sicherer äußerer Ort und eine sinnvolle Tätigkeit bilden eine wichtige Grundlage für die äußere Stabilität. Hier wird den Betroffenen Unterstützung durch Einzelberatung, Paar- und Familiengespräche gegeben.

Liebevoller und achtsamer Umgang mit sich selbst, Eigenverantwortlichkeit, Selbstständigkeit sowie Unabhängigkeit führen zu innerer Stabilität und eröffnen neue Lebensperspektiven. Die Therapieangebote, vor allen Dingen die Stabilisierungs- und Imaginationsübungen können bei Betroffenen zu mehr innerem Halt, besserem Umgang mit Problemen und mehr Lebensqualität führen, Depressionen können dadurch gemindert werden.


Grundhaltung und die therapeutische Beziehung in der traumazentrierten Psychotherapie:

Der Therapeut und die PatientInnen begegnen sich in einem Arbeitsbündnis zwischen zwei Erwachsenen, das macht den Umgang miteinander achtsam und respektvoll. Es wird nicht mit Regression in der therapeutischen Beziehung gearbeitet. Die PatientInnen bleiben Fachfrauen bzw. –männer ihrer Situation. Durch dieses Vorgehen werden Wahlmöglichkeiten der PatientInnen erweitert, und sie werden –ganz im Gegensatz zu ihren traumatischen Vorerfahrungen- einerseits entlastet und andererseits ermächtigt.

Die von mir aus der traumazentrierten Psychotherapie übernommene Grundhaltung beinhaltet einen wertschätzenden Umgang mit den PatientInnen und die Fähigkeit, ein angemessenes Maß von Nähe und Distanz einzuhalten. Ich ermutige die PatientInnen, Eigenverantwortung zu übernehmen und unterstütze sie, ihre Eigenständigkeit zu stärken. Ich gebe ihnen Anleitung zur Selbsthilfe und mein Vorgehen ist ressourcenorientiert. Der Blick wird nicht auf die Defizite der Betroffenen gerichtet, sondern auf deren Fähigkeiten, Stärken und Ressourcen.

Die PatientInnen werden motiviert, diese Ressourcen wieder zu entdecken und zu erweitern. Symptome werden als Überlebensstrategien angesehen und anerkannt. Die Eigenverantwortung der PatientInnen für die Therapie und ihren Verlauf ist mir sehr wichtig. Die PatientInnen haben auch vor der Therapie in gewisser Weise für sich gesorgt, und diese Qualität sollen sie auch beibehalten. Die Therapie soll sie dazu ermutigen.

Ein variables Setting, das den jeweiligen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Grenzen der PatientInnen angepasst ist, ermöglicht die individuelle Entfaltung und Nutzung der vorhandenen Ressourcen und Stärken, braucht aber dennoch einige Basisregeln: Gewaltverzicht (auch verbale Gewalt), Verzicht auf Drogen, Alkohol oder/und nicht verschriebene Medikamente, zeitliche Einhaltung der Freizeit- und Heimfahrtregelungen sowie der vereinbarten Termine, achtsamer Umgang mit sich und dem eigenen Körper.