Burn-out
Behandlungen und Verlauf beim Burn-out-Syndrom

Therapie des Burnout-Syndroms:

Beim Burnout-Syndrom richtet sich die Therapie vor allem danach, welche Beschwerden genau vorliegen und wie stark sie sind. Jede Therapie sollte individuell auf den Betroffenen ausgerichtet sein. Je früher mit einer Therapie begonnen wird, desto günstiger wirkt sich dies auf den Krankheitsverlauf aus.

Erkennen und akzeptieren Burnout-Betroffene selbst, dass sie Hilfe brauchen und dass ihre Probleme behandlungsbedürftig sind, verbessern sich die Therapieaussichten.

Nach diesem ersten wichtigen Schritt sollten Betroffene als nächstes versuchen, sich selbst zu entlasten und bekannte Stressauslöser weitestgehend zu meiden.

Langfristig sollte versucht werden, bessere Strategien zur Stressbewältigung im Alltag zu entwickeln. Hilfreich sind hier zum Beispiel Methoden wie:

  • progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • Autogenes Training
  • Yoga
  • Meditation
  • Bewegungstherapie mit isometrischen Übungen der Halswirbelsäule sowie der Brust- und Lendenwirbelsäule

Betroffene sollten außerdem versuchen, sich Zeit und Raum für Dinge zu nehmen, die sie zufrieden machen, wie zum Beispiel Hobbies, Spaziergänge in der Natur und/oder Sport. Kontakte zu Freunden und Familie wieder aufgefrischt und ausgebaut werden, die zuvor vernachlässigt wurden. Soziale Kontakte aufrechtzuhalten, ist sehr wichtig – ebenso, Hilfe von Freunden oder Verwandten anzunehmen. Dies stärkt das Selbstwertgefühl und bestätigt, dass die Betroffenen nicht nur auf sich selbst gestellt sind.

Im Rahmen einer Psychotherapie kann/soll der eigene Perfektionsdrang näher „beleuchtet und unter die Lupe genommen“ werden. Gegebenenfalls soll dieser falls notwendig herunter gefahren werden. Das gleiche gilt für unrealistische oder überhöhte Vorstellungen von eigenem Arbeitsplatz.

In einer entsprechenden Psychotherapie werden dann realistische Ziele formuliert und angestrebt. Dazu gehört zum einen, eigene soziale Fähigkeiten zu verbessern und sich vor allem besser abgrenzen zu können.

Des Weiteren: Eigene Belange besser gegen andere vertreten zu können, unangenehme Arbeiten und zusätzliche Aufgaben ggf. ablehnen können und dürfen. Es ist wichtig, zu lernen, wie mit Konflikten adäquat umgegangen werden kann.

Weitere wichtige Ziele sind: Bessere Einschätzung der eigenen Person und der eigenen Fähigkeiten, besseres Erkennen von Zeitfressern. Zu viele oder übermäßig lange Besprechungen lassen sich zum Beispiel im Gespräch mit dem Vorgesetzten unter Umständen schnell verkürzen oder in ihrer Zahl verringern. Zeitmanagement-Seminare können helfen, die eigene Zeitplanung zu verbessern.

Eine Therapie kann außerdem helfen, negative Kognitionen der eigenen Person betreffend zu hinterfragen und sie ggf. zu verändern. Zudem können ebenfalls negative Handlungsmuster oder Einstellungen erkannt und gezielt verändert werden.

Bei ausgeprägtem Burnout-Syndrom helfen kurzfristig Antidepressiva oder Medikamente gegen Angst und Schlafstörungen.